Der Verein „Skulpturenweg Wörthsee e.V.“ hat die Idee von Andreas Huber und Johannes Englmeier aufgegriffen: Entlang des Ufers am Wörthsee von der Rossschwemme in Walchstadt über den Seeuferweg und die Seestraße bis zur Seepromenade in Steinebach sind Skulpturen und Objekte ganz unterschiedlicher Art und Materialien installiert. Die Kunstwerke stammen zum großen Teil von Künstlern aus der Region. Während manche Objekte über ihre Größe und Präsenz auf sich aufmerksam machen, wirken andere anfänglich eher unscheinbar und schüchtern, ehe sie sich dem Betrachter offenbaren.
Das Projekt soll sich auch abseits des Fußweges im Ort ausbreiten und so das Ziel des Vereins umsetzen, in Wörthsee Kunst für jedermann zugänglich zu machen und Einheimische wie auch Gäste zum Entdecken und Bestaunen einzuladen. Eine Übersicht über die Kunstwerke finden Sie hier. Klicken Sie einfach auf das „Plus“, um mehr über die Skulptur und den Künstler zu erfahren.





Das Angelhakenherz als Allegorie einer idealen Beziehung
Axel Wagner zu seiner Arbeit:
„Seit vielen Jahren nimmt der Angelhaken in meiner Kunst einen festen Platz ein und ist für mich eine Art Symbol oder „magischer Anker“.
Das Angelhakenherz entstand 1993 in meinem Atelier – mehr durch Zufall und Spielerei – als ich zwei Angelhaken in den Händen hielt und sich diese zueinander drehten und plötzlich ein Herz formten: Zwei eigenständige Objekte, charakterstark, formschön, elegant, aber auch scharf und gefährlich ergeben zueinander gewandt ein Herz, Sinnbild für Paar und Verbundenheit, harmonisch, ungefährlich, glatt, lebenspendend, beziehungsbildend:
Das Idealbild einer Partnerschaft.
Zunächst entstanden kleine Modelle mit echten Angelhaken, später kleinere Skulpturen. 1994 wurde eine kostenfreie Postkarte dazu deutschlandweit veröffentlicht (80.000 Exemplare).
Die Einladung, das Angelhakenherz am Skulpturenweg Wörthsee aufzustellen gibt mir Gelegenheit, es an der für mich idealen Stelle zu zeigen: An der Rossschwemme wo ich im Fischereiverein nebenan seit vielen Jahren mein Ruderboot liegen habe mit dem ich zum Fischen auf den See fahre. An einer Stelle, an der sich das Herz von der kleinen Straße aus gesehen auf das Wasser projiziert, die Martinskirche und den Maibaum von Steinebach im Hintergrund. Geht man näher an das Angelhakenherz heran, steigt es in den Himmel auf.
Ich habe die Proportionen dem Ort angepasst. Auf einer rostigen Stele stehend, die aus dem Grass zu wachsen scheint, leuchtet das Herz im Sonnenauf- und Untergang.“
Walter Kopp Geboren 1941 in München, aufgewachsen und zur Schule gegangen in Tutzing am Starnberger See, studiert und gearbeitet in München. Heute lebt, schreibt und arbeitet Walter Kopp in den Marken in Italien oder am Wörthsee.







Die Begegnung im Park war eines der ersten Werke entlang des Skulpturenwegs. Schweigend vertieft im Betrachtung des Sees und seiner Besucher, eingerahmt von Schilf und Weide, standen die beiden Figuren am Seeufer.
Leider wurde einen Figur beschädigt, so dass sie entfernt werden musste. Längere Zeit wartete die Dame vergeblich am Ufer auf ihren Partner. Seit September 2021 sind die beiden Figuren wieder vereint im Garten der Künstlerin.
Und die Geschichte der Begegnung findet eine Fortsetzung an gleicher Stelle ….

Bis April 2022 waren die beiden ein besonderes Schmuckstück im Skulpturenweg. Eingebettet in eine farbenprächtige Blumenwiese, bildeten die Kugeln in ihrer Materialität und Größe einen spannenden Kontrast und fügten sich doch so perfekt unperfekt, harmonisch in die zartblühende Natur ein. Nach zweieinhalb Jahren, die die Kugeln unseren Dorfkern verschönerten, haben sie nun einen neuen Besitzer gefunden und ihren Platz frei gemacht für ein neues Werk….
Ute Lechner und Hans Thurner, beide Bildhauer aus Leidenschaft, in ihren Bann gezogen. Das Künstlerpaar aus Rechtmehring im Landkreis Mühldorf arbeitete mehr als drei Jahrzehnte zusammen. Ute Lechner sagte im Juni 2020 bei München.tv über ihren verstorbenen Mann: „Für ihn war handwerklich nichts ein Problem, er konnte alles. Kugeln entstanden in Massen.“ Die Hundertschaften an Kugeln sind für sie „unsere wichtigste Arbeit“. Ob einzeln als „Große Kugel“, aufgereiht im Regal als „Kugellager“, oder als heterogene „Zwei Kugeln“ im Skulpturenweg Wörthsee – eines tragen alle in ihrer Vielfalt an Größe, Form und individueller Beschaffenheit in die Welt:
Die Erde ist keine vollkommene Kugel.

„Laudemium“ bezeichnet wohl die größte Abgabenbelastung des bayerischen Bauern.
Das Laudemium-Kunstprojekt von Ute Lechner & Hans Thurner ist eine Hommage an all die, die aus meist ärmlichen Verhältnissen und oft unter Entbehrungen am Wohlergehen des Kultur- und Wirtschaftszentrums Klosterseeon ihren Anteil hatten.
Jedes der Fuhrwerke repräsentiert ein Abgabejahr von 1755 bis 1802. Neben den Naturalien sind Flaschen, Gewichte, Sarg, Hirschgeweih, Holz, Leinballen, mumifizierte Katzen und Ratten, Kruzifixe, Sensen, uvm. dargestellt.
Schon der Titel deutet an, dass da etwas keimt, etwas wachsen wird. Wie ein Versprechen. Unter der rauen Schale warten Samenkörner darauf, sich zu entfalten. Die Schale platzt schon auf. Das Material ist Säulenbasalt, ein extrem hartes und dichtes Tiefengestein. Was wird daraus wachsen?
Peter Heesch ist seit 25 Jahren selbstständiger Bildhauer. Mit großem Respekt vor dem Material und Einfühlungsvermögen arbeitet er Skulpturen in Holz und Stein. Man sieht den Skulpturen an, dass es dem Künstler um eine Symbiose, um eine Einheit von Material, Form und Ausdruck geht. Und sie verleiten zum Berühren – was durchaus vom Künstler so gewünscht ist.
Peter Heesch bewegt sich im Spannungsfeld von figürlich und abstrakt.
Oft sind seine Motive Tiere, thematisch tauchen Begriffspaare auf wie
Bewegung – Ruhe, Leicht – Schwer, Luft – Wasser, Hart – Weich.
Die Erweiterung der Verkehrszeichen in eine andere Dimension
Axel Wagner zu seiner Arbeit:
„Die Autorität und Ästhetik der Verkehrsschilder nutzend erweitern die „Zeichen 282 ½“ den Inhalt („Ende sämtlicher Streckenverbote“) um eine künstlerische Dimension und geben den Weg frei für Poetisches und Kreatives…
Der Titel der Arbeit „Zeichen 282 ½“ bezieht sich dabei auf die korrekte Bezeichnung des bekannten Schildes „Ende sämtlicher Streckenverbote…“, das nach StVO die Verkehrsschildnummer 282 trägt.
Diese „Freiheit“ durch die Aufhebung von Verboten wird durch die fünf farbigen Linien nochmals erweitert. Das so künstlerisch bearbeitete Schild führt durch die Zusatzbezeichnung „1/2“ auch im Titel in eine andere Dimension, etwa wie das Gleis 9 ¾ aus „Harry Potter“ oder der 7 1/2 Stock in dem Film „Being John Malkovich“.
Hier darf etwas geschehen/sein das abweicht von Norm und Erwartung.
Somit ist das „Zeichen 282 ½“ nicht nur eine Erweiterung der Verkehrszeichen mit denen es vor Ort in Wechselwirkung steht, sondern auch als Teil des Skulpturenwegs Wörthsee ein passender Hinweis auf weiteres künstlerisches Wirken.
Die Schilder wurden eigens von dem bekannten Schilderhersteller Bremicker in enger Absprache mit mir hergestellt. Ich habe mich bei der Farbwahl an den geplanten Aufstellungsorten und den dortigen (farblichen) Gegebenheiten orientiert, so dass es sich jeweils um ein zum Ort passendes Original handelt.“
Schilder Zeichen 282 ½ sind auch käuflich zu erwerben. Anfragen unter: info@axelwagner.de
Walter Kopp Geboren 1941 in München, aufgewachsen und zur Schule gegangen in Tutzing am Starnberger See, studiert und gearbeitet in München. Heute lebt, schreibt und arbeitet Walter Kopp in den Marken in Italien oder am Wörthsee


Griabig
Und mogs a no so zuageh
Rund umadum
Er hockt do
Und schaugt in`d Sun
Übers Land und auf`n See
Wei griabig sei
Is a so vui schee
Hans Hauzenberger ist ein Gestalter, seine Werke sind figürlich bis abstrakt. Manche Objekte haben einen Bezug zum Zeitgeschehen, während andere einfach um ihrer selbst Willen entstehen. Wenn Gedanken Gestalt annehmen, entsteht eine Sinnlichkeit, die sich von der Form, dem Material, dessen Haptik und dem Gespür leiten lässt.

SEE SEELE SEELENSLAUF
SO WIE ES WÄCHST
SO WELKT ES
DIE SEELE ABER
TREIBT AUF SANFTEN
WELLEN
ZU NEUEN UFERN
Hans Hauzenberger ist ein Gestalter, seine Werke sind figürlich bis abstrakt. Manche Objekte haben einen Bezug zum Zeitgeschehen, während andere einfach um ihrer selbst Willen entstehen. Wenn Gedanken Gestalt annehmen, entsteht eine Sinnlichkeit, die sich von der Form, dem Material, dessen Haptik und dem Gespür leiten lässt.




Carin Heilmeier
„Ich liebe das Schöne.“
Und diese Liebe zur Ästhetik verbildlicht sie mit Pinsel, Farbe und Ton. Sie ist Keramikerin, Gestalterin, Malerin, Zeremonienmeisterin. In ihrem Künstlerhaus und dem umgebenden verwunschenen Park in Walchstadt sind Figurinen, Büsten, Skulpturen, Zeichnungen und Gemälde zuhause. Ihre Skulpturen sind aus schwerem dunklen Ton gefertigt. Frauenbüsten, fein herausgearbeitet die zarten Gesichtszüge, zum Leben erweckt mit kleinen Hilfsmitteln wie Messerchen, Stäbchen, Farben. Es sind sinnliche Frauen, starke Persönlichkeiten, die mit ihren Attributen Lebenshaltung zeigen, Erlebnisse vermitteln. Viele beschäftigen sich mit Tieren, andere zeigen zwei Gesichter oder treten in Gruppen auf.




Wo sind sie denn?
Die Holzköpfe sind momentan nicht an ihrem angestammten Platz zu finden. Wind und Wetter haben ihnen etwas zugesetzt, darum werden sie gerade restauriert und aufgefrischt. In Kürze säumen sie dann wieder den Weg am See.
Helga Bäumler (geb. 1942 in Nördlingen) ist freischaffende Malerin mit einer Modegrafik und Grafik-Design Ausbildung. Seit 1991 widmet sie sich vermehrt der Malerei.
In der Malerei beschäftigt sie sich hauptsächlich mit dem „Mensch-sein“.Sie sagt: „Was liegt näher im derzeitigen Weltzustand, als sich von vermehrt HOLZKÖPFEN umgeben zu sehen?“
Ihre zehn mit bunten Gesichtern bemalten „Holzköpfe“ lehnen sich an den hölzernen Gartenzaun am Fußweg vom Rathaus zum Augustiner an und verzögern die Schritte der Spaziergänger.





Ein Kunstprojekt zum Jahresthema „Die Welt ist bunt“ – Wir setzten ein Zeichen





1944 geb. in Ingolstadt
1964 bis 1969 – künstlerische Ausbildung bei Waki Zöllner – MÜNCHEN STUDIO – und Ausbildung zum Fachlehrer für Kunsterziehung und Werken
1975 – 1977 Ausbildung zum Goldschmied an der Fachschule für Glas und Schmuck in Kaufbeuren-Neugablonz.
Seit 1978 als selbständiger Goldschmied tätig
2001 Kunstsalon, im Haus der Kunst, München
2011 Ausstellung im Rahmen der Langen Kunstnacht in Landsberg am Lech
2013 Ausstellungen im Taubenturm Dießen am A., Studio Rose Schondorf,
2015 Ausstellung mit meiner Frau Petra Becker-Mirlach im Taubenturm in Dießen und Beteiligung im Skulpturenpark Herrsching
2008 – 2020 Gemeinschaftsausstellungen in der HEW-Galerie, Hof am Mühlbach in Wilzhofen, Galerie auf Zeit in Weilheim, im BVS-Bildungszentrum in Holzhausen am Ammersee, Bernried – im Buchheimmuseum der Phantasie, Blaues Haus Dießen



Johannes Englmeier (geb. 1967) ist in Frankreich aufgewachsen und arbeitet seit 1991 in Deutschland. Sein Hauptberuf ist die Kunst des Kochens, und so nennt sich seine Catering-Firma ganz passend auch „ArtCulinaire“.
Seine Kunstwerke sind hauptsächlich aus Recycling-Material, z.B. Metall, Schwemmholz und vieles mehr, was andere entsorgen. Daraus entstehen Objekte, die so manches Mal auch eine politische Aussage haben.
Seine „Fremdlinge“, die jetzt wie Wächter am Bachzulauf am Birkenweg stehen, sind Figuren, die aus Baustahl und anderen Recycling-Materialien aus Metall sind. Der Bezug zu Flüchtlingen ist gewollt.
In Wasserburg am Inn hat Englmeier bei Hans Thurner ein Bildhauerseminar bewirtet und besucht. Englmeier ist Autodidakt und entwickelt seine Ideen aus den Fundstücken heraus.

Hans Thurner
(1951-2017) in Landertsham geboren, Autodidakt
Seit 1980 kontinuierliche künstlerische Zusammenarbeit Mitglieder im Kunstverein AK68 Wasserburg
Mitglieder im Kunstverein AK68 Wasserburg




Ute Lechner 1943 in Berlin geboren Ausbildung an der Hochschule für Bildende Künste in Kassel, Studium Malerei bei Fritz Winter
Hans Thurner 1951 in Landertsham geboren, Autodidakt Seit 1980 kontinuierliche künstlerische Zusammenarbeit Mitglieder im Kunstverein AK68 Wasserburg






Ein neues Objekt steht seit 2023 auf der Blumenwiese vor dem Grundlers Gästehaus:
Die 5 Bögen aus Cortenstahl, die mit schwarzer Farbpigmentierung eingelassen wurden, sind in ihren unterschiedlichen Größen sorgfältig arrangiert und stellen einen beeindruckenden Kontrast zu der lieblichen Blumenwiese dar. Die Bögen sind eine Auftragsarbeit der Familie Grundler.





Ute Lechner 1943 in Berlin geboren
Ausbildung an der Hochschule für Bildende Künste in Kassel,
Studium Malerei bei Fritz Winter
Hans Thurner 1951 in Landertsham geboren, Autodidakt
Seit 1980 kontinuierliche künstlerische Zusammenarbeit
Mitglieder im Kunstverein AK68 Wasserburg